Marktanalyse (30.09.2010)

Max-Value:

Auch im 3. Quartal 2010 bewegte sich der DAX in einer relativ engen Spanne zwischen 5.900 und 6.300 Punkten. Angesichts der teilweise dramatischen Kursbewegungen in den letzten 10 Jahren kann man dieses Quartal getrost in eines der langweiligsten der jüngeren Börsengeschichte einstufen. Wobei „langweilig“ ja nicht automatisch „schlecht“ bedeuten muss. So präsentierte sich der Markt insbesondere im „Angstmonat“ September in einer sehr guten Verfassung und der Quartalsgewinn von knapp 5% wurde komplett in diesem Monat verdient.

Mit diesem Schwung konnte der DAX dann auch am 13.Oktober aus der seit über 1 Jahr an-dauernden Seitwärtsbewegung nach oben ausbrechen und die Zeichen stehen aktuell gut, dass wir im Bericht für das 4. Quartal sehr gute Zahlen vermelden können.
Auch wenn sich der Index per Saldo in einer relativ engen Spanne bewegte, kam es auf der Ebe-ne der Einzelwerte doch zu teilweise größeren Ausschlägen. Die großen Gewinner waren die Autowerte, die trotz des wieder erstarkten Euros glänzende Absatzzahlen vermeldeten.
Daimler (mittlerweile größte Position im Max-Value) legten um knapp 11% zu und BMW konnten sich um 28% verbessern. Absolut enttäuschend ist für uns nach wie vor die Kursent-wicklung bei Porsche. Trotzt der Nachricht, dass das Unternehmen das beste Jahr seiner Firmen-geschichte hinter sich hat, dümpelt der Kurs seit Jahresanfang zwischen 35 und 40 € im Ver-gleich zu Höchstkursen von 180 € vor knapp 3 Jahren.

Bei den Finanzwerten stand die Deutsche Bank im Blickpunkt, die eine der größten Kapitalerhö-hungen  in der deutschen Börsengeschichte platzieren und damit Ihre Eigenkapitalbasis deutlich stärken konnte. Hier nutzten wir einen vorübergehenden Kursrückgang im Umfeld der Kapital-erhöhung, um unsere Bestände aufzustocken. Unsere größte Position im Finanzsektor (Allianz) präsentierte sich mit einem nahezu unveränderten Kurs.
Positiv entwickelten sich die Lufthansa (+18%), Thyssen (+17%) und Bayer (+11).

Kommen wir zu den „Sorgenkindern“:

Zu Beginn des Jahres fokussierten wir unsere Anlagestrategie auf Titel, die eine aus unserer Sicht nachhaltige und stabile Dividende zahlen, da sich die konjunkturellen Aussichten zu diesem Zeitpunkt beileibe noch nicht so positiv darstellten, wie es momentan den Anschein hat.

Für uns kamen dabei in erster Linie die Versorger RWE und E.ON, sowie die Dt. Telekom als diejenigen Unternehmen in Frage, die a) eine attraktive Dividende zahlen und b) aufgrund ihres Geschäftsmodells hohe positive Cash-Flows generieren und von daher die Dividendenzahlung auch in den nächsten Jahren wahrscheinlich ist. Mit Dividendenrenditen von damals 4-5% bei RWE und E.ON bzw. 6,5% bei der Dt. Telekom lagen diese 3 Titel deutlich über der Dividen-denrendite von 10-jährigen Bundesanleihen (eine historisch noch nie dagewesene Konstellation).

In der Zwischenbilanz per 30.09 weisen RWE und E.ON ein Minus von 20 bzw. 27% seit Jah-resbeginn auf. Im gleichen Zeitraum ist die Rendite von Bundesanleihen auf ein nie zuvor gese-henes Niveau gefallen, sodass wir aktuell eine Situation haben, daß die (aller Voraussicht nach nachhaltigen) Dividendenrenditen von diesen 3 Titeln 3-mal höher sind als die Erträge aus Bundesanleihen. Das kann und wird nicht so bleiben und von daher haben wir das Engage-ment in diesen Titeln weiter kontinuierlich aufgestockt, auch wenn das momentan die Schuldigen sind, daß der Fonds seit Jahresanfang um  knapp 5% hinter dem Index liegt.

Die aktuelle Diskussion um die Laufzeitverlängerungen der Kernkraftwerke sehen wir hier nur als vorübergehende Belastung, da sich die Energiekonzerne längst auch im lukrativen Geschäfts-feld „erneuerbare Energien“ positioniert haben.

Auch bei den Investments außerhalb des DAX zeigt sich Licht und Schatten.
Drillisch konnten im vergangenen Quartal um 17% zulegen und damit ihre Position unter den Top Ten im Fonds festigen. Nordex dagegen gaben um 10% nach, wobei wir die Verluste hier größtenteils eingrenzen konnten, da wir anstatt direkt in der Aktie das Investment in Form eines Discountzertifikats tätigten. Insgesamt gesehen hat der Einsatz von Covered Calls seit Jahresbe-ginn einen Performancebeitrag im Gesamtportfolio von ca. 1% geliefert.

Der große Gewinner des letzten Quartals heisst allerdings Borussia Dortmund. Natürlich hat die positive sportliche Entwicklung mit zum Kursgewinn von 34% beigetragen. Aber im internatio-nalen Vergleich ist der BVB im Verhältnis zu anderen börsennotierten Fussballclubs immer noch extrem niedrig bewertet.
Wenn bedenkt, daß wir uns für eine mittlere 6-stelligen Summe Anfang des Jahres 1% an dieser „Veranstaltung“ (Stadion + Transferwerte) sichern konnten, war das ein „Value-Investment“ par excellence.

Wie bereits oben gesagt rechnen wir mit einem positiven weiteren Jahresverlauf und sehen den DAX am Jahresende näher bei 7.000 als bei 6.000 Punkten.


Max-Global:

Die Börsenentwicklung an den übrigen Weltbörsen war im 3. Quartal eher von der Wechselkurs-entwicklung beeinflusst. Schwache Währung = Starke Börse, so lautete beispielsweise das Motto für die Wall Street. Der Indexgewinn im Dow Jones von knapp 10% schmolz bei einem Verlust des Euro gegen den Dollar in gleicher Höhe für einen europäischen Investor komplett wieder dahin. Da wir im Max-Global unseren USA-Anteil währungsgesichert hatten, konnten wir hier die positive Marktentwicklung allerdings weitgehend vereinnahmen.

Ein umgekehrtes Bild zeigte sich in Japan. Einer schwachen Börse (Nikkei-Index -11% seit Jah-resbeginn) steht ein Kursgewinn des YEN gegen den Euro in Höhe von 15% entgegen.

In Japan sind wir allerdings mit Ausnahme von kleinen Engagements in Sharp und Nippon Steel im Max-Global so gut wie nicht investiert.

Neben der bereits oben erwähnten positiven Performance der BVB-Aktie (mittlerweile die dritt-größte Position im Max-Global) sorgte auch eine positive Entwicklung des Bohrspezialisten Daldrup & Söhne (+11%) für das gute Ergebnis des Fonds im 3. Quartal 2010. Wenn die von uns ebenfalls favorisierten Envitec (-11% seit Jahresbeginn) und MIC AG (-37% seit Jahresbeginn – mittlerweile der Wert mit dem niedrigsten KGV unter allen in Deutschland gelisteten Aktien) endlich von einem breiteren Anlegerkreis entdeckt werden, sehen wir gute Chancen, daß der Max-Global das Jahr 2010 noch mit einem zweistelligen Kursplus abschliesst.


Flex-Plus:

Mit einem Plus von 2,2% im 3. Quartal 2010 und einem Plus von 5,2% seit Jahresbeginn hat der  Flex-Plus den erfolgreichen Weg des Jahres 2009 auch in 2010 fortgesetzt.
Sehr erfreulich ist für uns, dass wir aufgrund von kontinuierlichen Mittelzuflüssen kurz vor dem Überschreiten der Marke von 20 Millionen € Volumen stehen, was den Fonds dann auch für wei-tere institutionelle Investoren öffnet.

Die „sportliche Alternative zu Festgeld“ lautet die Positionierung des Fonds und mit dem bishe-rigen Jahresergebnis haben wir diese Vorgabe weit übertroffen.

Nach wie vor bietet der Markt für Unternehmensanleihen das ein oder andere „Schnäppchen“, das wir aufgrund der stetigen Mittelzuflüsse einsammeln konnten. So wurden im Berichtszeit-raum Anleihen von Solarworld, Rhön-Klinikum, Heidelberger Zement, KTG Agrar, Stada und Duerr mit attraktiven Kupons zwischen 4% und 6,5% p.a. ins Portfolio aufgenommen.

Damit haben wir das Emittentenrisiko auch dank der Mittelzuflüsse noch breiter gestreut.

Nachdem wir in den ersten 9 Monaten mit der Derivatestrategie des Fonds sehr erfolgreich war-en (bisheriger Performancebeitrag +1,5% seit Jahresanfang), haben wir in der aktuellen Situation in diesem Bereich für den Rest des Jahres einen Gang zurückgeschaltet, um relativ entspannt ein Ergebnis von „6% +x“ einfahren zu können, nachdem wir zu Jahresbeginn uns noch „5%+x“ als Ziel gesetzt hatten. 


S-Plus:

Wenn man sich die Wertentwicklung seit Jahresanfang anschaut, kann man den Eindruck be-kommen, dass der S-Plus ein Eigenleben (unabhängig von der Marktentwicklung) führt und dass das System, welches uns die Investitionsphasen vorgibt, wohl versagt hat.

Dem ist aber definitiv nicht so!

Der S-Plus basiert auf einem Trendfolgemodell und wenn es keinen klaren Trend gibt (so wie wir das in den letzten 12 Monaten gesehen haben), dann ist dies das denkbar schlechteste Umfeld für einen solchen Fonds, das man sich vorstellen kann.

Wir haben für den S-Plus ein sogenanntes „Backtesting“ über die letzten 22 Jahre durchgeführt und solche Phasen, wie wir Sie die letzten 12 Monate gesehen haben, gab es in der Vergangen-heit des Öfteren und letztendlich hat das System Negativergebnisse in der Vergangenheit immer innerhalb der nächsten 6 Jahre komplett kompensiert.

Mit dem Ausbruch des DAX aus dem über 12 Monate währenden Seitwärtstrend hellen sich die Perspektiven für den S-Plus für die kommenden Monate deutlich auf.